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An der Strasse von Lenzburg
nach Hunzenschwil stehen fünf Linden. Hier war einst die Richtstätte
des Amtes Lenzburg. Davon wussten natürlich die Leute in den Umliegenden
Ortschaften, und darum gingen die Lenzburger abends höchstens bis
zum Wegweiser, wo die Strasse nach Schafisheim abbog. Und die Bauern aus
Staufen, deren Felder in der Nähe der Linden lagen, packten schleunigst
Karst und Sense zusammen, wenn vom Staufberg her die Abenc -läuteten.
Einst kam ein Handwerksbursche die lange Strasse gegangen. Wie er an den
Linden vorübergehen wollte, trat plötzlich aus dem Schatten
ein baumlanger Kerl hervor. Er hatte Hände so gross wie Schaufeln,
und von den Handgelenken hingen zerbrochene Ketten herab. Auch um die
Fussgelenke waren Eisen gespannt, die aber aufgebogen waren. Stumm glotzte
der Kerl den Handwerksburschen an. Diesem schlug das Herz wild in der
Ernst. Er hielt es für besser, dem unheimlichen Mann guten Abend
zu sagen. Die Schattengestalt grüsste zurück. Der Gegengruss
klang jedoch gequält aus der Kehle, die von einem Stück umspannt
war. Wie der Handwerksbursche die glasigen Augen sah, lief es ihm kalt
über den Rücken. Er machte sich eilends davon. Erst beim Wegkreuz
blickte er nochmals zurück. Es war ihm, als käme der Kerl hinter
ihm her. Der Handwerksbursche lief spornstreichs dem Städtchen zu.
Erst beim Wirtshaus zum Sternen machte er halt.
Als der junge Mann in der Wirtsstube von seinem Erlebnis bei den Fünflinden
erzählte, lachte man ihn aus. Jeder Lenzburger wusste, dass jener
Unheimliche der Ein- und Ausbrecher Bernhart Matter gewesen war, den man
seinerzeit bei den Fünflinden enthauptet hatte.
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