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Im Jahr 1299 kam die Stadt
Zofingen an die Habsburger. Offenbar fühlten .sich die Zofinger unter
dieser Herrschaft wohl. Sie wählten Schultheiss und Rat selber, und
diese hatten auch die Macht, zu richten «umb den tode und das blut».
Ein eindrucksvolles Schauspiel erlebten die Zofinger, als Herzog Leopold
III. im Jahr 1381 seine Gefolgsleute ins benachbarte Adelboden zusammenrief.
Er veranstaltete dort ein grosses Turnier. Der Herzog wohnte während
des Festes im Fürstenhof in Zofingen. Die
Bürger staunten über den Prunk und die Macht ihres Landesherrn.
Schon Ende Juni 1386 ritt Herzog Leopold an der Spitze eines grossen Heeres
wieder ins Städtchen ein. Aber diesmal galt es ernst. Er wollte die
Eidgenossen unterwerfen, und das Städtchen Sempach bestrafen, weil
es von Österreich abgefallen war.
Man wartete in Zofingen noch auf die Hilfstruppen aus der Gegend von Basel.
Als diese eingetroffen waren, machte sieh das Ritterheer auf den Weg nach
Sempach. Auch eine Zofinger Mannschaft war dabei. Sie wurde angeführt
von ihrem Bannerträger, dem Schultheissen Nildaus Thut. Am 9. Juli
stiess das herzogliche Heer bei Sempach auf die Eidgenossen. Eine heftige
Schlacht entbrannte, die mit der Niederlage des österreichischen
Heeres endete.
Im Schlachtgewühl scharten sich die Zofinger um ihr Fähnlein.
Tödlich verwundet sah Niklaus Thut die Niederlage kommen. Er wollte
verhindern, dass das Banner von Zofingen in die Hände der Feinde
fiel. Sterbend riss er das seidene Tuch von der Stange und stopfte es
sich in den Mund.
Als die Zofinger ihre Toten heimgeholt hatten, entdeckte man das verloren
geglaubte Banner im Munde des gefallenen Schultheissen. Diese Treue rührte
die Bürger so sehr. Jahrhundertelang musste jeder neue Schultheiss
schwören, das Banner der Stadt so tapfer zu hüten wie Niklaus
Thut es einst getan hatte.
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